Hanna Lieblich

Hannas Tagebuch – III

Hotelzimmer mit Bett, zugezogenen Vorhängen, zwei Gemälden an der Wand, jeweils drei Kissen auf jeder Seite der Matratze und drei Stehlampen.

Quarantäne in Peru

Tag 2


Liebes Tagebuch

Mittwoch, 01.04.2020
Lima

…der zweite Tag dieses Schlamassels liegt hinter mir und du wirst kaum glauben, was vor etwa zwei Stunden passiert ist.

Heute war es soweit. Heute hat Stefan sein wahres Gesicht gezeigt. Das mit den Reißzähnen und den Klauen an den Händen. Aber von Anfang an:

Der Tag begann noch relativ normal. Aufgestanden, Zähne geputzt und unter die Dusche gehüpft. Wie daheim auch. Aber dann…

Kaum hab ich das Bad verlassen, da kam schon wieder der erste dumme Kommentar: Ob ich den ganzen Tag da drin verbringen werde, wollte er wissen.

Kein guter Start, denn wie du weißt, bin ich sowieso ein echter Morgenmuffel. Am liebsten wäre ich ihm da schon an die Gurgel gesprungen.

Dieser Depp!

***

Aber das war noch längst nicht alles, denn beim Frühstück gab es dann schon den nächsten Befehl von General Stefan:

Stell deine Schüssel wenigstens in die Spüle, bla bla. Für wen hält der sich eigentlich? Für meinen Vater?

Danach bin ich ihm erstmal aus dem Weg gegangen. Bis zum Mittagessen, das zu allem Übel auch noch wie ein gebratener Stiefel geschmeckt hat.

Es sah zwar aus wie irgendein Fleisch, aber als ich es mir in den Mund geschoben habe, musste ich feststellen: Zäh, alt und eklig. Bäh! Würg!

Wenigstens den Kartoffelsalat konnte man essen. Viel war das allerdings nicht.

Und du kennst mich: Ohne eine solide Grundlage im Magen, kann ich sehr schnell sehr unerträglich werden.

Da kam natürlich schon wieder Stefan ins Spiel und gab mir Aufgaben, die ich den restlichen Tag über erledigen sollte. Was für eine Frechheit!

Ja, Sir. Natürlich, Sir. Zu Befehl, Sir!, hab ich ihm geantwortet. Er fand das allerdings nicht so witzig wie ich.

Wir fingen an zu streiten und dann passierte es… Er hat mich einfach gepackt und geradewegs über seine Oberschenkel gezogen.

Keine Vorwarnung, nichts! Einfach drüber und den Hintern versohlt.

Erst kam die Hose runter, kurz darauf das Höschen. Und dann kräftig drauf auf meinen nackten Popo. Bis er ganz heiß und rot war.

Ich hab mich gefühlt wie ein kleines Mädchen. Die Polizisten vor der Tür werden sich auch ihren Teil gedacht haben.

Aber damit nicht genug: Im Anschluss musste ich mich noch mit für zehn Minuten mit heruntergelassenem Höschen in die Ecke stellen.

***

Man, ist mir das unangenehm. Zumal ich mir ja immer noch mit ihm das Zimmer teilen muss. Jedes Mal, wenn ich ihn ansehe, laufe ich rot an.

Ich muss immer wieder daran denken und wenn ich die Augen schließe, sehe ich das Bild vor meinem inneren Auge.

Hm, wenn ich jetzt so darüber nachdenke… Vielleicht trage ich zumindest eine klitzekleine Mitschuld. Trotzdem!

Das ist doch noch lange kein Grund, mir den nackten Po zu versohlen. Mit diesen ungeheuer starken Händen und seinen … Ach, egal!

Aber ist das nicht unerhört? Seit Stunden reibe ich meinen Hintern, aber das Kribbeln will einfach nicht aufhören.

Ich bin gespannt, was morgen auf mich wartet.

***

Bis bald, liebes Tagebuch.

Deine

Unterschrift von Hanna Lieblich

PS: Bleibt bitte alle gesund da draußen!
❤️


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Ein Kommentar zu „Hannas Tagebuch – III

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